02.10 Dritter Tag BML
Reisen ist das beste, ja das einzige Heilmittel gegen Kummer.
Alfred de Musset |
Aus für das Experiment mit dem Sonnenaufgang. Hat leider nicht so ganz geklappt. Aber
dafür sind wir pünktlich im Jeep. Die Suche nach dem Leopard beginnt erneut. Allerdings wird sie ziemlich bald unterbrochen durch die Nachricht eines anderen Rangers,
dass jemand Wilddogs gesichtet hat. Also wieder Vollgas Richtung Wilddogs. Und dann, tatsächlich, sie sind direkt vor uns. Es gibt sie also tatsächlich. Sie sind keine
Legende!! Ich fürchtete ja zwischenzeitlich schon, dass das mit den Wilddogs sich wie mit Nessie oder dem Yeti verhält. Nachdem wir die Wilddogs
ausführlich betrachtet haben geht's diesmal auf die andere Seite des Geländes. Auf ein Plateau mit dem besten Ausblick bis jetzt. Und dort gibt's wieder Kaffee, Tee und
diesmal Scones. Das ist wirklich alles unbeschreiblich. Leider haben wir den Leoparden nicht mehr zu Gesicht bekommen, nur noch ein paar Zebras und Giraffen, bevor wir wieder in
der Lodge ankommen. Wir frühstücken schnell, packen danach fix zusammen und machen uns dann, nachdem wir wieder am frisch gewaschenen Auto angekommen sind, auf Richtung
Swaziland. Die Fahrt dauert nicht allzu lange und ist wenig spektakulär. Die Grenzformalitäten sind etwas undurchsichtig und nervig, aber auch das meistern wir und
fahren danach weiter in Richtung Hotel. Der einzige Unterschied zu Südafrika ist, dass die Strassen schmaler und das Überholen damit schwieriger ist, da der gelbe
Randstreifen zu schmal ist, als das Autos auf ihm Platz zum Überholen machen könnten. Was uns weiterhin auffällt sind die Unmengen von Kühen, die überall frei neben der Strasse grasen und nach Lust und Laune eben
jene kreuzen. Und die vielen Schulkinder, die alle in unterschiedlichen Schuluniformen gekleidet auf dem Heimweg neben der Strasse herlaufen. Wir kommen gegen 15:00 Uhr im Hotel
Royal Swazi an und werden als erstes vom Portier gefragt, ob wir uns sicher sind im richtigen Hotel zu sein. Super Einstand. Sicher ist unser Auto
sehr dreckig und wir sehr leger gekleidet... aber das geht dann doch etwas weit.
Ansonsten ist das Hotel mehr Schein als Sein und bietet nichts, was man mit Royal verbinden würde. Da ist jedes Hilton
deutlich besser. Wir lassen nur schnell die Koffer auf die Zimmer bringen, duschen den Safari-Staub ab und starten noch mal in die Stadt. Das von gesuchte Tourist Office bleibt
leider unauffindbar, satt dessen aber gelingt es mir für ca. 36 Euro zwei paar Schuhe zu kaufen. Nach einem kurzen Stop im Internet-Cafe fahren wir zurück ins Hotel,
damit wir dort vor Einbruch der Dunkelheit ankommen. Irgendwie schon alles sehr seltsam: Spätestens um 18:30 Uhr ist es tiefste Nacht und es traut sich niemand mehr auf die
Straße, was die Mobilität doch deutlich einschränkt. Wir begeben uns deshalb mal wieder zu früher Stunde um 19:00 Uhr zum Abendessen. Um uns rum nur
Golfspieler, die scheinbar alle an einem Turnier im Hotel teilnehmen. Nach dem Essen gehen wir noch kurz ins Hoteleigene Casino: Das Roulette ist etwas lieblos. Jeder setzt so gut
wie auf jede Zahl, die Kugel wird geschmissen und irgendwann fällt sie auf eine Zahl, dass ist dann der Moment, an dem niemand mehr setzen darf. Kein: Rien ne va plus. Kein
Flair. Auch die einarmigen Banditen bieten keinen Thrill. Einzig und allein das Bingo scheint normal zu verlaufen, fesselt uns aber auch nicht. Also liegen wir auch hier wieder
recht früh im Bett. Überraschendes Highlight: Auf einem Bett liegt eine rote Rose, auf beiden Betten eine Praline. Die Rose werden wir am nächsten Tag mitnehmen und
versuchen zu trocknen. Mal sehen ob wir sie heil bis nach Deutschland bringen.
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